A.R. Gurney:
Love Letters - Liebesbriefe

Andy: " Ich schreibe Dir, weil Du beim letztenmal einfach aufgelegt hast, als ich Dich angerufen habe. Bei Briefen kann man nicht aufhängen, das ist das Gute daran."
M
elissa: "Aber man kann sie zerreissen. Anbei die Schnipsel."

Love Letters schreiben sich Andrew Makepiece Ladd III. und Melissa Gardner ihr Leben lang - Briefchen während des langweiligen Schulunterrichts, SOS-Rufe aus dem Internat, spitze Bemerkungen über den Lebenspartner des anderen, unpersönliche Postkarten zu Festtagen ebenso wie fröhliche Urlaubsgrüsse. "LOVE LETTERS" ist die Geschichte zweier Menschen, die sich von Kindesbeinen an lieben, in den entscheidenden Momenten ihres Lebens aber sich entweder subtile Verletzungen zufügen oder nicht den Mut aufbringen, sich ungeachtet der Karriere und den gesellschaftlichen Hindernissen zum Trotz zueinander zu bekennen.

Melissa Gardner, aus reichem Hause, muss erkennen, dass Geld zwar angenehm ist, aber kein erfülltes Leben garantiert. Sie flüchtet sich in den Alkohol und ist so nicht mehr gesellschaftsfähig: Ihr Ehemann verhindert sogar jeglichen Kontakt Melissas zu den eigenen Kindern.

Andrew dagegen ist geradezu der Prototyp des erfolgreichen Selfmademan, die Verkörperung des amerikanischen Glaubens, alles erreichen zu können, wenn man es nur will. Zielstrebig studiert und arbeitet er sich gesellschaftlich nach oben: ein prominenter Anwalt in geordneten Verhältnissen, der schliesslich sogar Senator wird.
Das einzig Aussergewöhnliche an Andrew ist seine postalische Freundschaft zur sensibel-neurotischen, für ihn geradezu exotischen Malerin Melissa: Sie ist die Einzige, der er seine Gefühle mitzuteilen vermag.

Schauspiel: Kristina Nel und Helmut Förnbacher.
Inszenierung: Helmut Förnbacher