| Oscar Wilde: |
| Bunbury - oder wie wichtig es ist e(E)rnst zu sein... |
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| WA- Premiere: Mi 17. November 2010 - 20.00 Uhr |
| OSCAR WILDE: BUNBURY (The Importance of Being Earnest) - der Inbegriff der klassischen, britischen Komödie. - „Alles funkelt in einem Brilliantfeuerwerk geistreicher Dialoge, die spielerisch erkennen lassen, wie wichtig es ist, (E)ernst zu sein“. |
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Algernon hat den kranken Bunbury auf dem Land erfunden, damit er einen Vorwand hat, aus London zu verschwinden zu «bunburysieren». Sein Freund Jack hat sich einen jüngeren Bruder namens Ernst in der Stadt erfunden, damit er, der als Vormund seiner Nichte Cecily auf dem Lande ernst sein muss, in der Stadt unernst sein kann. Und beide können so sich lästiger Pflichten entledigen und ihren amourösen Eskapaden frönen. ![]()
Als Jack Algernons Cousine Gwendolen kennen lernt und sich in sie verliebt, wird es schwierig, denn Gwendolen steht auf Männer, die Ernst heissen, und findet den Namen Jack scheusslich. Es gibt nur einen Ausweg: Jack muss den fiktiven Ernst aus dem Weg räumen und sich umtaufen lassen. Als Algernon unangemeldet bei Jack auf dem Land auftaucht und sich in Cecily verliebt, sind alle Pläne durchkreuzt.
Doch eigentlich kann man die Handlung von Oscar Wildes erfolgreichstem Bühnenstück gar nicht erzählen, denn es gibt keine, sondern nur Situationen, die aus fortwährenden Verwechslungen bestehen. Es finden sich in «Bunbury» die witzigsten und spritzigsten Einfälle der Wildeschen Gesellschaftsglossierung. Alles funkelt in einem Brilliantfeuerwerk geistreicher Dialoge, die die Substanzlosigkeit einer Gesellschaft entlarven, und mit der Erkenntnis enden, «wie wichtig es ist, (E)ernst zu sein.» Inszenierung: Helmut Förnbacher Pressestimmen: Frisch polierter Sprachwitz und süffisanter Spott Wenn das nicht die feine englische Art ist: Der Butler, natürlich mit weißen Handschuhen, zündet die Kerzen an und serviert Tee mit Muffins und Gurken-Sandwiches. Ja, der Five-o‘clock-Tea ist den Briten heilig, und er wird in Oscar Wildes geistreicher Komödie „Bunbury oder wie wichtig es ist, Ernst zu sein“ des Öfteren zelebriert. Die gehobene Gesellschaft der viktorianischen Zelt, der Snobismus des Adels, die Welt der leichtlebigen Dandys und hochnäsigen Ladys, der Heuchelei und prüden Moral - dies bildet den Hintergrund für Wildes amüsantes Stück, dessen Wortwitz, Dialogschärfe und Wendungen bis heute glänzend amüsieren. In Helmut Förnbachers Inszenierung von „Bunbury“ in der Theaterhalle Im Badischen Bahnhof Basel funkelt der brillante Wildsche Sprachwitz und süffisante Spott jedenfalls wie frisch poliert. Förnbacher bringt diese Gesellschaftskomödie mit viel Sinn für Ironie auf die Bühne, und es sind vor allem die blendend aufgelegten Schauspieler, die diese Aufführung so sehenswert machen. Es geht um den wohlhabenden Jack Worthing, der auf dem Land lebt und einen „verdorbenen“ Bruder namens Ernst erfindet ‚ um sich in der Stadt zu amüsierend seiner angebeteten Gwendolen den Hof zu machen. Derlei Vortäuschungen nennt man in den besseren Kreisen „Bunburysieren“. Das erste Bild ist eine Salonatmosphäre, sparsam möbliert mit Sofa, Teetisch und Piano, auf dem Algernon Montcrief müßig herumklimpert. David Köhne spielt diesen Algernon mit der richtigen Mischung aus Lässigkeit, Zynismus und Unbekümmertheit. Ganz anders sein Freund Jack, ein viel ernsterer Typ, den Lothar Hohmann als Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle gibt, ohne dandyhafte Allüre. Ein besonderer Einfall der lnszenierung ist, dass Theaterchef Förnbacher selbst die Rolle der Lady Bracknell übernimmt. Er greift dabei auf eine frühere Tradition im englischen Theater zurück, als sämtliche Rollen mit Männern besetzt wurden. Und er schafft es, den unerträglichen Dünkel, die Arroganz und Giftigkeit dieses „fürchterlichen Drachens“ darzustellen, ohne eine Karikatur aus der Figur zu machen. „Rauchen Sie? Wie hoch ist Ihr Einkommen?“, nimmt die Lady Ihren Schwiegersohn in spe ins Kreuzverhör. Einen wunderbaren Kontrast zu dieser herben Lady in Schwarz bilden die beiden Jungen Damen in Pastelltönen: Barbara Schwager als Gwendolen wirkt wie eine blühende englische Rose, aber mit ein paar Dornen, denn die hübsche Lady ist nicht nur schwärmerisch, sondern auch selbstbewusst und schlagfertig. So dirigiert sie Ihren Verehrer Jack alias Ernst beim Heiratsantrag auf die Knie und weiss auch sonst genau, was sie will. Eine aber stiehlt allen die Schau: Tanja Horisberger als Jacks Mündel Cecily ist umwerfend ihrer herausfordernden Exaltiertheit. Das ist kein naives junges Ding, sondern ein Mädchen, das vor Keckheit und nervöser Lebensgier nur so sprüht und vibriert und seine Verführungskraft zielstrebig an dem verliebten Algernon ausprobiert. Das sind wunderbar leicht, luftig und flirrend gespielte Szenen des Liebespaares im Garten. Ein grüner Teppich als Wiese, ein paar weiße Sitzelemente, Vogelgezwitscher und Flötenspiel - aber dieses Land-Idyll wird immer wieder ironisch aufgebrochen, wenn Cecily wutentbrannt ihre Schulbücher auf den Boden knallt oder den Beatles-Song „Hey Jude“ summt. Auch das zickige Eifersuchts-Duell mit ihrer vermeintlichen „Rivalin“ Gwendolen ist pointiert und witzig gespielt in den nadelspitzen Bosheiten. So kann man die Liebes-Verwirrungen dieser Inszenierung genießen wie Muffins, Tee und Sherry. Badische Zeitung: Roswitha Frey Ernst zu sein bedarf es wenig… Ernst heisst in Wahrheit Jack und ist eine ernsthafte Person. Schliesslich muss er als Vormund seiner Nichte Cecily einen vorbildlichen Lebenswandel führen. Um der Korsage des braven Alltagslebens zu entfliehen, hat Jack seinen imaginären Bruder Ernst erfunden, als Ausrede für seine häufigen Reisen nach London und seine Ausschweifungen in der Hauptstadt. Das Spiel funktioniert gut, wäre da nicht Gwendolen, die Jack zwar liebt, aber nur, weil er Ernst heisst. Jack beschliesst, den fiktiven Ernst sterben zu lassen, um Gwendolen ernsthaft heiraten zu können. Doch genau in diesem Moment taucht Jacks Freund Algernon auf, der sich nun seinerseits als Jacks Bruder Ernst ausgibt, um die attraktive Cecily kennen zu lernen. „Bunbury“ oder „The Importance of Being Earnest“ von Oscar Wilde ist auch nach über einem Jahrhundert ein Erfolgsgarant auf Theaterbühnen. Wortgewandt und humorvoll enthüllt die Verwechslungskomödie die absurde Wertschätzung von Rang und Namen und kritisiert auf leichte, flockige Art die damaligen Zustände in der britischen Gesellschaft. Die Thematik wirkt in unserer Zeit etwas fremd; das tut aber dem Unterhaltungswert der Komödie keinen Abbruch, wie die Inszenierung der Helmut Förnbacher Theater Company zeigt: Die Premiere von „Bunbury The Importance of Being Larnest oder wie unbeschreiblich wichtig es ist, (E)ernst zu sein..!“ wurde vom Publikum sehr positiv aufgenommen. Als Zuschauer war man geneigt, die Schauspieler um die vielen Muffins zu beneiden, die sie auf der Bühne verzehrten. Doch dazwischen wurden heftige Wortgefechte ausgetauscht, in rasantem Tempo und mit Wortwitz. So versucht Jack (Lothar Hohmann) Gwendolen (Barbara Schwager) seinen wahren Namen zu erklären, worauf sie kontert: „Jack? Das kann doch nicht dein Ernst sein!“ Auch Cecily (Tanja Horisberger) scheint ganz dem Namen Ernst verfallen zu sein und will nicht wahrhaben, dass sie in Wirklichkeit Algernon (David Köhne) vor sich hat. Während der erste Teil des Theaterabends eher mit der etwas langwierigen Verstrickung beschäftigt ist, jagt im zweiten Teil eine Pointe die nächste. Höhepunkt ist der Auftritt von Lady Bracknell, gespielt von Helmut Förnbacher - ein umwerfender Auftritt, der nebst des Showeffekts auch inhaltlich passte, zumal Lady Bracknell als Gwendolens Mutter eine unerbittliche, herrische Person darstellt. Auch Eugen Urfer brillierte als nobler Butler im Stil von «Dinner for One».«Wenn es nicht zu lange dauert, warte ich mein ganzes Leben auf dich!» schwört Gwendolen. Soweit kommt es allerdings nicht, plötzlich regnet es Verlobungen und schliesslich liegen sich drei Paare in den Armen.
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