| Ron Hutchinson |
| Mondlicht und Magnolien |
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Eine Komödie über die Entstehung des erfolgreichsten Films aller Zeiten: "Vom Winde verweht". |
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| Im Spielplan ab 11.01.2012 - 20.00 Uhr |
![]() Filmplakat "Vom Winde verweht" aus dem Jahr 1939 |
Mondlicht und Magnolien - Die Story: „Vom Winde verweht“ ein monumentaler Hollywoodstreifen über die Lieb- und Leidenschaften einer glutäugigen Südstaatenschönheit während der Wirren des amerikanischen Bürgerkriegs. Ein Meilenstein der Filmgeschichte, der Millionen von Zuschauern in seinen Bann zog. Um ein Haar aber wäre es nie zu einem der grössten Kassenschlager aller Zeiten gekommen!
Das Making Of dieses Südstaatenepos’ ist ein so unglaubliches und aberwitziges Szenario, dass es glattweg erfunden sein könnte ist es aber nicht. Erzählt wird die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit: Dann heisst es „Vorhang auf“ für das erste Rat Pack Hollywoods: Selznick und Fleming schreien, lieben, prügeln, krampfen und gebären sich den Inhalt des Buches über 5 Tage aus Leib und Seele, damit Hecht den Stoff zu Papier bringen kann. Sie übernehmen alle Rollen gleichzeitig und wer hätte gedacht, dass in Selznick eine kokette Südstaatenschönheit schlummert oder der abgebrühte Fleming sich als naives Sklavenmädchen wehleidig jammernd auf dem Boden wälzen würde?
Nach dramatischen Stunden mit Geburt und Tod, Begegnung und Abschied, Intrigen und Freundschaften, ist es schliesslich vollbracht und in ihren verschwitzten Händen halten die drei erschöpften Männer ein Drehbuch aus jenem Stoff, aus dem Filmlegenden sind. Schauspiel: Helmut Förnbacher Lothar Hohmann David Köhne Kristina Nel |
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Und das sagt die Presse: |
Ein Theaterabend für Filmfans Am Ende ist der Boden übersät von zerknülltem Papier, die Bananen und Erdnüsse sind aufgegessen, die Protagonisten völlig übernächtigt und entnervt aber das Drehbuch ist fertig, der Film gerettet! Die schwelgerische Filmmelodie des Melodrams "Vom Winde verweht" erklingt, das Happy End ist bekannt: Das Südstaatendrama um die kapriziöse Scarlett O’ Hara und den skrupellosen Rhett Butler wurde einer der größten Kassenschlager aller Zeiten und mit Oscars überhäuft. Wie dieser grandiose Hollywood-Streifen von 1939 überhaupt entstanden ist und was sich an kleinen und großen Tragödien hinter den Kulissen der Traumfabrik abgespielt hat, davon erzählt die Komödie "Mondlicht und Magnolien" von Ron Hutchinson. In diesem Stück, das die Helmut Förnbacher Theater Company als dritte Saisonpremiere im Badischen Bahnhof Basel auf die Bühne bringt, ringen drei Filmemacher um das Drehbuch von "Gone with the Wind". Schauplatz ist das Büro auf dem Studiogelände des Filmbosses David O. Selznick, der unbedingt einen großen Hit an den Kinokassen landen will. Er holt sich die Besten der Branche, um innerhalb von fünf Tagen und Nächten ein neues Drehbuch zu basteln: den damals bestbezahlten Drehbuchautor Ben Hecht, den man den "Shakespeare von Hollywood" nannte, und den Regisseur Victor Fleming. Die Drei gehen in Klausur, schließen sich ein bei Bananen und Erdnüssen als Nervenfutter, um in kürzester Frist aus dem Bürgerkriegsepos einen Monumental-Film zu machen. Ein Stoff, wie geschaffen für den Regisseur und Schauspieler Helmut Förnbacher, der im Film- wie im Theatermilieu zu Hause ist. In seiner Inszenierung, die so entlarvende wie amüsante Blicke in das Business der amerikanischen Filmindustrie wirft, kann er beides wunderbar verbinden. Mit leichthändigem Charme, funkelndem Dialogwitz, pointiert gespielten Szenen und stimmungsvoll eingeblendeter Filmmusik inszeniert Förnbacher dieses Stück, das die Macher der Traumfabrik einmal von sehr menschlicher Seite mit allen ihren Träumen, Ängsten und Hoffnungen zeigt. Förnbacher selbst spielt mit feinen Nuancen und subtiler Ironie den Feingeist Ben Hecht, den "Zeitungsfuzzi aus Chicago", der "anständige" Filme machen will und "Vom Winde verweht" für Kitsch hält. Ständig zettelt er eine politische Diskussion um die Rassen- und Sklavenfrage an und rüttelt am Gewissen der Studiobosse. David Köhne brilliert in der Rolle des Filmproduzenten David O. Selznick, der sich mit der glühenden Intensität eines Besessenen in dieses größenwahnsinnige Filmprojekt stürzt und dafür wie ein gereizter Löwe kämpft. Ebenso stark agiert Lothar Hohmann als Star-Regisseur Victor Fleming, der gern den tatkräftigen Erfolgsmacher hinter der Kamera herauskehrt und darauf fiebert, mit den Aufnahmen zu beginnen. Da sieht man anfangs drei Platzhirsche, die sich gegenseitig ins Gehege kommen und sich unter viel Gerangel zusammenraufen um der Sache willen. Das ist amüsant und witzig zu verfolgen, wie Drehbuchautor Hecht wild in die Schreibmaschine hämmert, bis er seine Fingerspitzen verpflastern muss und sich kaum mehr rühren kann, wie Filmmogul Selznick und Regie-As Fleming ihm Szenen aus "Vom Winde verweht" vorspielen: etwa die Szene, in der Melanie ihr Baby kriegt, die Ohrfeige für das Sklavenmädchen Prissy, an der sich ein heftiger Streit unter den drei Filmleuten entzündet, oder die umstrittene Schlussszene, in der Scarlett O’ Hara endlich ihre wahre Liebe zu Rhett Butler erkennt und er sie von sich stößt. Eine kleine, aber hübsche Rolle hat Kristina Nel in adrettem Kostüm und Schmetterlingsbrille als eilfertige Sekretärin Miss Poppenghul, die von ihrem Boss hin und her gescheucht wird. Ein hinreißender Theaterabend auch für eingefleischte Filmfans. ROSWITHA FREY (Badische Zeitung) |