S'Ridicule 2012 - e Nase voll Fasnacht
die poetische Vorfasnachtsveranstaltung der Helmut Förnbacher Theater Company
Fasnachtsemotioone pur!

Leen Si sich wider in d Wält vo dr Basler Fasnacht entfiehre - und gniesse Si s Fasnachtsfieber ganz mit Ihrem Härz.

S'Ridicule 2012 - e wunderscheeni Vorfasnachts-Veraastaltig mit userlääsener Fasnachtsmuusig , mit grossartige Dambuure und Pfyffer, heerlige Schauspiler und mit Spitze-Bängg - Gniesse Si die wunderscheene, bsinnlige, aber au frächi und witzige Rahmestiggli mit unsere prächtigeSchauspiiler.

Mir biete n Ihne e n unterhaltsame, emotionaale n und witzige n Oobe und nadyyrlig ächte Basler Fasnachts-gaischt. - Fasnachtsemotioone pur!

Regie und Konzäpt: Helmut Förnbacher

D Bildsteerig - dr Ridicule-Bangg im 2012

Zum Gluschtig mache, ein paar Pressestimmen :


S’Ridicule 2012 – 13 ist keine Unglückszahl !


Für einmal ist die 13 alles andere als eine Unglückszahl: Wer nach der 13. Ausgabe des Ridicule das Förnbacher-Theater im Badischen Bahnhof verlässt, tut dies glücklich und beschwingt. Dabei hat es durchaus auch besinnliche und sogar äusserst bissige Töne, wie es sich für diese Vorfasnachtsveranstaltung gehört und genauso Tradition ist, wie die hervorragenden Pfeifer(innen) und Tambouren. Star des Abends ist der gerade 90 Jahre alt gewordene Carl Miville mit seiner legendären “Sujetlischte”.

Es muss hart sein für die Starpfeifer-Truppe unter Leitung von Michèle Zegarri; gleich am Anfang müsssen sie in einer recht ulkigen Nummer namens “Dr Inschtruggter” so herzhaft falsch spielen. Dies dauert zum Glück nicht allzu lang – und dann dürfen sie mit all ihrem Können loslegen. Der Akzent liegt auf Barock-Tönen, sei es als Ensemble mit “Alla Turca”, sei es in einem Solo mit “Le Merle blanc”. Beides Höhepunkte des diesjährigen musikalischen Programms.

Die von Nicola Dreier geleiteten Tambouren stehen dem in nichts nach. Zu den traditionellen Nummern wie “dr grien Hund” gibt es eine an frühere Charivari-Experimente erinnernde Performance, in der auf Boxen, Kästchen und Kartons eingetrommelt wird.

Die Wortbeiträge waren (noch) bissiger als sonst. Vor allem der unverwüstliche Carl Miville teilt sehr kräftig aus und das nicht nur gegen Politiker:

“Ornitologisch isch es esoo
uf e Fink kasch Di nit verloo.”

Sein sensationellstes Wortspiel hat der alt-Ständerat, wenn er dem neuen Novartis-Boss empfiehlt, dem Personal “Güete Bonjour” und nicht etwa “Aadie” zu sagen. Und auch “sauglatte” Politiker bekommen ihr Fett ab:

“Dr Malama im Färnseh in Perügge-Bracht
daas hett en weenigschtens e bizzli greesser gmacht.”

Und das Ridicule 2012 kann auch das Stammpublikum immer wieder überraschen. Kurz vor der Pause warten in einem rabenschwarzen Rahmenstiggli (Text: Armin Faes und Christoph Knöll) einige Pfeifer auf ihren Kollegen in der Vermutung, er sei wohl wieder im Puff. Es stellt sich aber heraus, dass er jeden Fasnachtsmittwoch einige Stunden im Münster-Kreuzgang auf eine frühere Fasnachtsliebe wartet, die leider nie kommt – und dass er dies nun zum letzten Mal getan habe und sein Piccolo künftig im Himmel stimme. Nach der Pause wird dieselbe Nummer wieder aufgenommen, dieses Mal aber heiter bis brachial-komisch – für den Schreibenden das absolute Highlight des Ridicule 2012.

Apropos brachial-komisch: In nicht weniger als drei Balkon-Szenen überbieten sich die “Damen” Helmut Förnbacher und Hanspeter Stoll in Zoten und vor allem Improvisationen, da der Text noch nicht sass – oder nie sitzen wird. Völlig egal: Lustig ist es allemal, auch wenn Blocher und sein “Sommelier” etwas gar oft thematisiert werden.

Es wäre noch viel zu nennen, was amüsant, toll oder gar hochstehend war – und nur weniges, was nicht ganz so glückte. Eine Griechenland-Nummer geriet etwas gar lang und die “Bildsteerig” wird nach der Premiere sicher noch den einen oder anderen Vers mit allzu vorhersebarer Pointe auswechseln. Ihre Erklärung, warum BLT-Trams teurer sind als diejenigen der BVB, war aber grandios: Auf der Landschaft müssen sie auch auf den Trottoirs fahren können.

Fazit: Das Ridicule 2012 ist all denjenigen zu empfehlen, die gerne den – gelungenen – Spagat zwischen leisen Zwischentönen und krachendem Humor haben, ohne deswegen zwei verschiedene Veranstaltungen besuchen zu müssen. Im Badischen Bahnhof bekommen sie beides – und einen wunderbaren, genussreichen Abend dazu. Es soll noch Tickets haben im 200-plätzigen Theater…
André Auderset | Foto: Ivo Birrer

Poesie, Melancholie und Fingerbrecher

Ridicule startet den Reigen der Vorfasnachtsveranstaltungen

Basel. Im Zuschauerraum alte Theaterstühle mit rotem Plüschbezug, auf der Bühne die auf das Wesentliche reduzierte Skyline von Basel und dezent schimmernde Steckenlaternen — es ist der ewig gleiche Rahmen, der als eine Art Markenzeichen dem Ridicule seinen gemütlich-heimeligen Charme verleiht. Hinzu kommt, dass mit Helmut Förnbacher, seiner Frau Kristina Nel und ihrer Tochter Sandra eine familiäre Stimmung mitschwingt. All das mögen die Zuschauer; es gehört zur Vorfreude - auch jetzt beim 13. Ridicule wieder.

Pièces de résistance

Melancholische Piccolotöne leiten nach dem Prolog über zum ersten Stiggli «Dr Inschtruggter», das seinen Höhepunkt im eindrücklichen und sauber vorgetragenen Pfeifermarsch «Synkopia» von Michael Robertson findet. Ebenfalls Freude bereitet - einmal mehr - die in zwei Teile gegliederte, äusserst geistreiche Sujetliste von Carl Miville. Und als kleines Pièce de résistance verfehlt auch das erste Balkon-Szeenli seine Wirkung beim Premierenpublikum nicht. Die beiden schrillen Damen lästern diesmal - bisweilen auf Stammtisch- statt auf Leserbrief-Niveau - über die stürmisch wechselnden BaZ-Besitzerverhältnisse, Ospel, Blocher, Schweizer und Wyss.

Doch das Ridicule denkt auch in gutem Sinne an die BaZ. Das 2008 in der Fasnachtsbeilage aufgeführte «subjektive Basler Fasnachtslexikon» erlebt im Badischen Bahnhof ein Revival.

Dynamische Raffinessen

Durchwegs gutes bis sehr gutes Niveau weisen die musikalischen Vorträge auf, die von der Tambourengruppe pianoforte und Pfeiferinnen und Pfeifern der Union Folldorique Suisse (UFS) interpretiert werden. Der «Rhysprung» kommt mit dynamischen Raffinessen daher, «Sixty-Nine» trägt die Zuschauer in die poppig-fröhliche Hippie-Zeit zurück, und das «Alla Turca», nach dem gleichnamigen Mozart-Rondo von Michael Robertson für Piccolo arrangiert, findet grossen Gefallen.

Die Trommel-soli «Cubasilea», «Dr grien Hund» und «Drummelhund» vermögen ebenfalls zu überzeugen, und für das mit Klavier-stimme untermalte Piccolosolo «Le Merle Blanc» von Eugene Damar, einen Fingerbrecher erster Güte, erntete Michèle Zeggari an der Premiere ausgiebig Applaus.

Einmal mehr darf gegen Ende des Abends «Dr Drummelhund» nicht fehlen. Er gehört — wie die plüschigen Theaterstühle — zum heimeligen Charme des Ridicule.

BaZ Dominik Heitz