| Richard Alfieri |
| Sechs Tanzstunden in sechs Wochen Im Spielplan ab 16. November 2011 - 20.00 Uhr |
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| "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen" erzählt in leichtfüßigen, schnellen Dialogen vom Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen zwei komplizierten Charakteren - und von der Entdeckung eines der charmantesten Tanzpaare seit Ginger Rogers und Fred Astaire.
Vor der Tür steht . . . "Jack the Ripper". Natürlich ist das gelogen. Natürlich ist es nur Michael. Aber auch ihm will Lily die Tür nicht öffnen. Schliesslich hat er sie angelogen. Vergangene Woche. Bei der ersten Tanzstunde. Michael ist Tanzlehrer. Angestellt bei der Agentur "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen". Und Lily, pensionierte Lehrerin, verwitwet, wohlhabend, hat ihn gebucht für eben diese sechs Tanzstunden in ihrer eigenen Wohnung. Aber mit einem Lügner will sie nichts zu tun haben. Denn es gibt weder die anthroposophische Klinik für Katzen, Hunde, Vögel und Schlagen noch Michaels Ehefrau, die dort arbeiten sollte. Wie auch? Michael ist schwul. Aber weil auch Lilys viel beschworener Ehemann nicht existiert er ist seit sechs Jahren tot , sind die beiden wieder quitt. Und die Stunden, die Woche für Woche mit Streit und Missverständnissen beginnen, nehmen ihren Lauf.
Michael ist hitzköpfig, mit losem Mundwerk. Aber weil auch Lily sehr schlagfertig ist und sich durchaus nicht nur rhetorisch zu wehren weiss, wird jede Tanzstunde zu einem sehr persönlichen Kräftemessen. Es geht um Demütigungen und Verletzungen, um Stolz und Vorurteile. Doch Schritt für Schritt kommen sich die beiden näher und es entspinnt sich eine ganz ungewöhnliche Freundschaft. Denn mehr und mehr gibt jeder von sich preis, lässt Blicke hinter die Fassade zu, berichtet von Wunden und Träumen, vom Alleinsein und von der grossen Hoffnungslosigkeit, die einen bisweilen übermannt.
Ein wunderschönes Stück mit köstlichem Witz und scharfzüngigen Dialogen, aber auch viel Tiefsinn und großen Emotionen. Denn was sich da so leicht und beschwingt als oberflächliches Boulevard tarnt, handelt von den großen Problemen des Lebens: von Liebe und Tod, von Sehnsucht und Verletzungen, von Einsamkeit und Mut. |
| Schauspiel: Kristina Nel und Nic Aklin Inszenierung: Stefan Saborowski |
| Pressestimmen: |
| Ein kleines Juwel von Komödie Helmut Förnbacher Theater Company bringt "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen" auf die Bühne im Badischen Bahnhof Basel. "Also, fangen wir mit dem Swing an!". Tanzlehrer Michael versucht die spröde Lily aus der Reserve zu locken. Es ist die erste Tanzstunde im Salon der wohlhabenden Lady, die in Floria mit Blick auf Palmen residiert. Was mit flottem Swing beginnt, endet mit einem innigen Tanz bei Sonnenuntergang. Dazwischen liegen sechs Tanzstunden, sechs Lektionen, die weit über das Tanzen hinausgehen und zu einer besonderen Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Menschen führen. "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen" von Richard Alfieri ist eine wunderbare Komödie, ebenso unterhaltsam wie tiefgehend. Die Helmut Förnbacher Theater Company bringt dieses bezaubernde Broadwaystück in ihrem Theater im Badischen Bahnhof Basel als letzte Saisonpremiere auf die Bühne. Die Komödie hat etwas Filmisches in den sechs Episoden, in denen der junge Tanzlehrer der pensionierten Lehrerin Lily diverse klassische und moderne Tänze beibringt. Im ersten Treffen begegnen sie sich noch mit Vorbehalt, Vorurteilen und einem scharfzüngigen Schlagabtausch. Er nennt Lily eine "verknöcherte alte Schachtel", sie will ihn hochkant wieder rausschmeißen. Doch im Verlauf der folgenden Tanzstunden nähern sich Michael und Lily immer mehr an, lassen die sorgsam errichteten Fassaden von Lügen und falschem Schein fallen und vertrauen einander ihre Ängste, Sehnsüchte, Träume und Probleme an. Diese Tanzstunden sind von Regisseur Stefan Saborowski hinreißend leichtfüßig inszeniert, mit geistreichen und witzigen Dialogen, aber auch mit viel emotionaler Wärme und Tiefe, und einer harmonisch fließenden Choreografie in den Tanzszenen. Jede Tanzstunde, jede Episode ist eine in sich abgeschlossene Szene, mit anderen Kostümen, anderer Stimmung, anderer Gefühlslage, anderen Tänzen. Zum leidenschaftlichen Tango erscheinen die Tanzpartner in Schwarz-Rot, er in "Zorro-Kluft", zum Wiener Walzer werfen sie sich in Schale mit Frack und Abendkleid, für den Foxtrott trägt Lily ein schickes Kleid mit Stirnband, und einmal tanzen sie in Strümpfen Cha-Cha-Cha auf dem Teppich. Ein Glücksfall für dieses Zwei-Personen-Stück ist es, dass mit Kristina Nel und Nic Aklin eine Traumbesetzung zur Verfügung steht. Die beiden Schauspieler zeichnen nicht nur die Charaktere ihrer Figuren sehr glaubwürdig in all ihren Emotionen, ihrer Einsamkeit, ihrer Verletzlichkeit, sondern geben auch auf dem Tanzparkett eine glänzende Figur ab. Wie echte Tanzprofis gleiten sie geschmeidig und elegant über die Bühne. Kristina Nel kann als reiche, aber einsame Lily alle Facetten ihrer Schauspielkunst einbringen: Zuerst gibt sie die reservierte, spröde und etwas zickige Dame reiferen Alters, die sich zur Zerstreuung ein paar exklusive Tanzstunden zu Hause gönnt. Dann gibt sie ihre abweisende Haltung auf, wird lockerer, öffnet sich mehr und mehr, erzählt von ihrem Mann, der seit sechs Jahren tot ist, von ihrer verstorbenen Tochter, von ihrer Ehe, dem Älterwerden und Alleinsein, von Schicksalsschlägen, Krankheit und Tod. Nel spielt diese Witwe, die durch das Tanzen und die Besuche des Tanzlehrers aufblüht und neue Lebenshoffnung gewinnt, sehr feinfühlig und mit viel Charme, Ironie und Eleganz. Der temperamentvoll hereinwirbelnde Nic Aklin kann ebenso überzeugen als schwuler Revuetänzer Michael, der als Tanzlehrer jobben muss und viele Enttäuschungen, viel Wut und Verletzungen in sich aufgestaut hat. Wie dieses so ungleiche Tanzpaar Schritt für Schritt, Tanzstunde für Tanzstunde, zu einer tiefen Freundschaft findet, ist überaus beschwingt gespielt. Dieses ebenso anrührende wie amüsante Stück erzählt nicht nur viel über die therapeutische, befreiende Wirkung des Tanzens, sondern ebenso viel vom Leben, von der Liebe, von echter Freundschaft - ein kleines Juwel von Komödie! Tanzend die Wahrheit sagen LiIly, eine pensionerte Lehrerin, gepflegte Erschienung und seit sechs Jahren verwitwet, hat Lust. mal wieder zu tanzen. Sie engagiert einen Tanzlehrer, und der erscheint pünktlich, heisst Michael, ist deutlich jünger als sie und mimt den unwiderstehlichen Charmeur, der mit flotten Bemerkungen und Widerreden die anfängliche Steifheit auflockert. Beide flunkern sie herum, Lily erzählt von Ihrem gerade abwesenden Ehemann, er von seiner Angetrauten, die als Ärztin in einer antroposophischen Klinik für Hunde und Katzen arbeitet Ja. und tanzen sie in der ersten Stunde auch noch. So beginnt Richard Alfieris Komödie „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“, die im Förnbacher Theater im Badischen Bahnhof Premiere hatte. Das diese rundum glückte, war zum einen dem animierenden Spiel Kristina Nels und Nic Aklins zu verdanken. zum andern der professionellen Regie Stefan Saborowskis. Der ersten Stunde folgen ja noch fünf weitere, und die Regie sorgt dafür, dass das komödiantisch Leichte dabei nicht beschädigt wird, also nicht ins Seichte, aber auch nicht ins Sentimentale abrutscht. Die Gefahr ist latent gegeben, denn die beiden lernen sich näher kennen, und im miteinander vertraut werden wächst die Vertraulichkeit, und in dem Masse, wie sie nach und nach aufhören, sich eine Komödie vorzuspielen, spielen sie nun wirklich Komödie. Der römische Dichter Horaz forderte von der Komödie, sie müsse „lachend die Wahrheit sagen“. Hier wird sie, step by step, ertanzt. Es ist alles nicht so toll, wie vorgemacht. Lilly ist einsamer, als sie nach aussen zu sein scheint, und er, der schwule Hallodri, hat auch ein paar Leichen in seinem Herzenskeller: keine grosse Karriere als Tänzer, in die Brüche gegangene Beziehungen, eine an Alzheimer gestorbene Mutter. Vom Text her bewegt sich die Geschichte an der Grenze zum Boulevard, doch Nels und Aklins Spiel gelingt es, die nun immer stärker ins Moll gewendete Heiterkeit komödiantisch zu halten. Obschon die beiden beim „Sie“ bleiben, wird aus ihrer Vertrautheit anfangs verborgene, dann offen gezeigte Zuneigung als liebevolles Verständnis füreinander. Was in der ersten Tanzstunde mit „Bei mir bist du scheen“…begann, dann über Tango, Wiener Walzer, Foxtrott zu den Beach Boys führte, endet im Klammerblues als melancholischem Happyend denn LiIly, sie ist krank, doch es besteht Hoffnung auf Heilung wird von Michael im Rollstuhl zum Tanz ist es der letzte?- gefahren. Stefan Saborowski weiss aus seiner schauspielerischen Praxis, wie schnell solche Schlüsse unerträglich werden. Diesem Absturz kommt er mit dezenter Ironie zuvor. Lilly und Michael bestaunen den Sonnenuntergang, der die Bühne rot einfärbt, als die Lichter bereits erloschen sind. Stilsicher zuende gedacht, bravourös gespielt. Schönes Theater! NIKOLAUS CYBINSKI (BZ) Das Förnbacher Theater feierte mit Sechs Sie hat einen erfundenen Ehemann, er eine erfundene Ehefrau. In Wahrheit ist sie verwitwet und er schwul. Wenig Verbindendes scheint es zu geben, würden sich nicht bald die Einsamkeit und die Sehnsucht nach Nähe als gemeinsamer Nenner erweisen. Mit der Tragikkomödie Sechs Tanzstunden in sechs Wochen feierte das Förnbacher Theater im Badischen Bahnhof am Donnerstag die letzte Premiere in dieser Saison. Ein Penthouse mit Meerblick, das ein Hauch von verblasstem Glamour durchzieht. Hier wohnt die 70-jährige Lily Harrison (gespielt von Kristina Nel), die beschlossen hat, ihrer Einsamkeit ein Schnippchen zu schlagen. Kurzerhand bucht sie einen Tanzlehrer für Zuhause. Als der in Gestalt des jungen ehemaligen Revuetänzers Michael Minetti (Nic Aklin) bei ihr auftaucht, prallen allerdings Welten aufeinander - zwei komplizierte Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Michael ist kapriziös, vulgär, genervt und pleite, Lily zwar wohlhabend und distinguiert, aber einsam und unglücklich. Bei der ersten Begegnung fliegen die Fetzen, der Tanzlehrer wird aus der Wohnung geworfen, dann aber zurück gerufen. Denn wenn die beiden tanzen, so stellt sich heraus, sind sämtliche Diskrepanzen verflogen. Sechs Tanzstunden in sechs Wochen aus der Feder des amerikanischen Autors Richard Alfieri ist derzeit eine der meistgespielten Komödien überhaupt, wie Theaterdirektor Helmut Förnbacher eingangs anmerkte. Man sei froh, die Rechte bekommen zu haben. In Basel wurde das leichtfüßige Zweipersonenstück jetzt von Stefan Saborowski inszeniert, der den Schwerpunkt vor allem auf schnelle Stimmungswechsel und scharfzüngigen Dialogwitz gelegt hat - einschließlich launiger Derbheiten an den unerwartetsten Stellen. Virtuos umgesetzt wurden auch die tänzerischen Einlagen. Das Publikum wird Zeuge von sechs philosophisch angehauchten Tanzstunden in sechs Disziplinen, von Swing über Tango und Cha-Cha-Cha zum Discotanz, von den Andrew Sisters bis zu den Beach Boys. Jeder Tanz eine neue Runde, ein weiterer Dialog, in dem das ungleiche Paar seine Abstoßungsimpulse aufs Neue überwindet, Vertrauen fasst und schließlich die jeweils sorgsam konstruierte Fassade von sich abbröckeln lässt. Nach und nach kommt unsentimental alles aufs Tapet, was die beiden so umtreibt: Enttäuschungen, Lügen und gescheiterte Beziehungen, Liebe, Sex, Älterwerden und Sterben. Meine Beziehung zu meinem Mann hat sich gebessert, seit er tot ist, sagt Lily. VERONIKA ZETTLER (Oberbadische Zeitung) |